Als Felge bezeichnet man den inneren Teil des Rades eines Fahrzeugs
ohne den Reifen.
Felgen werden in der Regel entweder aus gewalztem Stahl hergestellt oder aus
Leichtmetall gegossen oder geschmiedet.
Stahlfelgen sind meist billiger, optisch aber nicht so attraktiv wie Leichtmetallfelgen.
Außerdem sind sie schwerer als Leichtmetallfelgen vergleichbarer Größe, was durch
die höheren, sogenannten ungefederten Massen zu einem schlechteren Ansprechverhalten
der Federung führt.
Leichtmetallfelgen werden überwiegend aus Aluminium im Gussverfahren herstellt
und mit einer schützenden Speziallackierung überzogen.
Sehr hochwertige Leichtmetallfelgen, insbesondere Felgen für den Motorsport, wo
geringstmögliches Gewicht gefordert ist, werden auch aus Magnesium gegossen.
Als wichtigste Maße einer Felge werden meist die Breite und der Durchmesser angegeben.
Das reicht beim Kauf einer neuen Felge aber nicht aus. Hier sind zahlreiche Angaben
zu beachten, damit die Wunsch-Felge auch wirklich auf das Auto passt:
- Der Felgendurchmesser wird in Zoll (1 Zoll = 2,54 cm) angegeben und zwischen den
Felgenschultern gemessen. Er entspricht dem Innenradius des passenden Reifens.
Der Trend geht eindeutig zu immer größeren Felgendurchmessern - nicht nur in der
Tuning-Szene, auch bereits bei der Fahrzeugkonstruktion. Der Gründe hierfür sind nicht
nur optischer Natur. Ein wesentlicher Grund ist auch, dass aufgrund immer höherer
Gewichte und Leistungen neuer Fahrzeuge immer größere Bremsscheiben innerhalb der
Felgen Platz finden müssen.
- Die Felgenbreite, auch Maulweite genannt, wird zwischen den Felgenhörnern gemessen und ebenfalls in
Zoll angegeben. Als Faustformel gilt, dass für breitere Reifen auch breitere
Felgen erforderlich sind.
- Die Lochzahl bestimmt die Anzahl der Radmuttern oder Radbolzen, mit denen jedes
Rad am Fahrzeug befestigt wird. Waren es früher noch drei Löcher, sind heute
vier und fünf Löcher üblich. Bei schweren Geländewagen und LKW durchaus auch noch
mehr Löcher.
- Der Lochkreis bezeichnet den Durchmesser des Kreises, auf dem die Mittelpunkte
der Schraubenlöcher liegen. Der Lochkreis wird in mm (Millimeter) angegeben.
- Die Radnabenbohrung, auch Mittelloch genannt, ist die mittige Bohrung, mit der die Felge auf den Radflansch
aufgesteckt wird. Die Radnabenbohrung wird als Durchmesser der Bohrung in mm (Millimeter)
angebenen. Jeder Fahrzeughersteller verwendet hier unterschiedliche Maße. Daher
haben in der Regel Felgen auf dem Zubehörmarkt deutlich größere Bohrungen, die dann
mittels Zentrierringen aus Kunststoff an die verschiedenen Fahrzeug-Radnabendurchmesser
angepasst werden.
- Als Einpresstiefe bezeichnet man den Abstand zwischen der Radmitte und der
inneren Auflagefläche der Felge auf der Radnabe, also der Bremstrommel bzw. Bremsscheibe.
Die Einpresstiefe wird in mm (Millimeter) angegeben. Näheres zur Einpresstiefe
siehe weiter unten.
Ein Beispiel der Bezeichnung einer üblichen PKW-Felge vom Zubehörmarkt sieht so aus:
8 x 18 ET35, LK 5x114,3, Mittenloch 67,1
- "8": die Felge hat eine Breite von 8" (= 20,32 cm) zwischen den inneren und äußeren Felgenhörnern.
- "18": die Felge hat einen Durchmesser von 18" (= 45,72 cm); es werden entsprechend 18"-Reifen benötigt.
- "ET35": die Felge hat eine Einpresstiefe von 35 mm.
- "LK 5x114,3": die Felge hat fünf Löcher zur Befestigung, die in einem Kreisdurchmesser
von 114,3 mm angeordnet sind.
- "Mittenloch 67,1": die Felge besitzt in der Mitte eine Bohrung mit einem Durchmesser
von 67,1 mm
Die Einpresstiefe liefert einen groben Anhaltspunkt, ob ein Rad unter einen bestimmten
Kotflügel passt bzw. ob und wie weit dieser verbreitert werden muss. Als Einpresstiefe
(Angabe in mm) bezeichnet man den Abstand zwischen der Radmitte und der inneren Auflagefläche
der Felge auf der Radnabe, also der Bremstrommel oder der Bremsscheibe.
Bei einer Einpresstiefe Null ist der Flansch genau in der Radmitte, die Felge baut also
genausoweit nach außen, wie nach innen. Eine 7,5 Zoll breite Felge mit der Einpresstiefe Null baut
also 9,525 cm nach außen und 9,525 cm nach innen. Eine positive Einpresstiefe (z.B. ET35)
besagt, daß die Felge weiter nach innen (also in Richtung Fahrzeugmitte) baut als nach außen
(in Richtung Radlauf).
Wenn zwei Felgenpaare zur Disposition stünden, das eine plus, das andere minus 35 mm Einpreßtiefe,
kann man nur durch die Verwendung der anderen Einpreßtiefe die Gesamtspurbreite um 140 mm verändern.
(ET +35 mm: links 35 mm + rechts 35 mm = + 70 mm; ET - 35 mm: links 35 mm + rechts 35 mm = - 70 mm).
Die Laufläche des Reifens verändert ihre Lage somit nicht durch die unterschiedliche Breite
der Felge, sondern ausschließlich durch deren Einpresstiefe. Ist entsprechend keine ausreichende
Laufflächenabdeckung gegeben, hilft keine schmalere Felge, sondern nur eine mit größerer Einpresstiefe.
Natürlich ist die optimale Einpresstiefe bei jedem Fahrzeug anders. Bei dem einen Fahrzeug-Modell mag
eine 8 Zoll breite Felge mit ET35 optimal bündig mit der Karosserie abschließen, während es
bei einem anderen Modell ET45 sein muss und ET35 schon viel zu weit außen stehen würde. Im
Zweifelsfall muss man doch den erfahrenen Felgenhändler nach der optimalen Einpresstiefe für
das eigene Fahrzeug befragen.
Auto-Felgen sind im täglichen Gebrauch zahlreichen Umwelteinflüssen direkt ausgesetzt, wie z.B.
Salz, Bremsstaub, Straßenschmutz und Rollsplit. Nur durch regelmäßige Pflege können Leichtmetallfelgen
ihre glänzende Optik behalten. Und es gilt: lieber einmal mehr putzen, als kurz vor dem Totalschaden
am Schmutz zu verzweifeln. Grundsätzlich empfiehlt sich bei allen Felgen eine regelmäßige, bevorzugt
wöchentliche Reinigung.
Sollte die Oberfläche der Felge durch "Feindberührung" beim Einparken oder durch Steinschlag
beschädigt worden sein, sollte die beschädigte Stelle schnellstmöglich mit einem Lackstift
nachgebessert werden. Ansonsten könnte es zu Unterwanderungen an den Rändern der Beschädigung kommen,
wenn das freigelegte Aluminium eine Oxydschicht bildet.
Hochglanzpolierte Felgen bedürfen einer umfangreicheren Vorsorge und Pflege. Sie sollten regelmäßig
mit Hartwachs (für den Auto-Lack) als schützende Schicht vor dem Alltagsschmutz behandelt werden. Bei
der normalen Autowäsche genügt dann durchaus schon etwas Spülwasser, um die geliebten Räder wieder
zum Glänzen zu bringen.
Wenn die Schmutzschicht schon zu stark ist oder eingebrannter Bremsstaub oder blinde Stellen die
schicke Optik trüben, sollte zu säurefreien (!) Felgenreinigern gegriffen werden. Die Einwirkzeit,
die der Hersteller für den Felgenreiniger vorgibt, ist unbedingt penibel einzuhalten, um weitere
Beschädigungen am Felgenlack zu vermeiden. Anschließend nur noch mit einem Dampfstrahler absprühen
und trocknen.
Felgen-Reinigung und die Behandlung mit Hartwachs oder Politur sollte niemals in praller Sonne
oder bei warmen Felgen, z.B. nach längerer Fahrt, erfolgen. Die Felge sollte möglichst kalt sein.